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Victoria KR25 und KR26: Schaltung einstellen

Gewusst wie! Das gilt ganz besonders beim Zusammenbau der Schalt­kulisse dieser Victoria–Motorräder. Die Arbeit muss nämlich mehr oder minder im Blindflug erfolgen, da der richtige Eingriff von Segmentzahnrad und Ritzel der Schaltwelle nicht sichtbar ist. Die Teile werden durch den Kupplungskorb verdeckt.

Vor unserer ersten Ausfahrt (zum Victoria–Treffen 2014) ging's zeitlich sehr eng zu. So kam's, wie's kommen musste: Beim Schalten musste immer noch einmal „nachgefasst” werden, und der vierte Gang ließ sich überhaupt nicht einlegen.

Nachfolgend werden zwei Methoden erklärt, die zum Ziel führen. Die offizielle ist fast noch komplizierter als der daraus abgeleitete „Hausfrauentrick”, den uns Klaus Riedesser in Bad Dürkheim zeigte.

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Die offizielle Anleitung

Bei der offiziellen Anleitung muss zunächst in den vierten Gang geschaltet werden. Wurde das versäumt, kann es über die Mutter 5 der Schaltscheibe 6 nachgeholt werden oder mit provisorisch eingesetzter Schaltmimik (ohne Deckel, das geht).

Für den Einbau muss das Schaltsegment 4 in den Motorraum eingeführt, hinter der Kupplung im Uhrzeigersinn geschwenkt und dann die Schaltstange 3 in die Lagerbohrung gedrückt werden. Wurde der vierte Gang eingelegt, müssen die Bohrung für den Druckpilz der Wippe (9) und die rechte Anlaufkante der dritten Raste der Schaltscheibe in der senk­rechten Linie 8 liegen. Im ersten Gang wäre das die linke Auflaufkante 10.

Linie 1 zeigt die Stellung von Schaltscheibe zu Schaltsegment (falls diese zerlegt wurden). An Punkt 7 ist der Eingriff von Segment 4 in das Ritzel der Schaltwelle 2 zu sehen.

Die einfachere Variante

Hierzu wird in den Leerlauf zwischen zweitem und drittem Gang geschaltet. Bei der Montage muss jetzt die Mitte zwischen den Rastnasen der Schaltscheibe 6, also Punkt 11, genau in der senkrechten Linie 8 liegen (die Schaltscheibe steht genau senkrecht).

Dieses Verfahren ist auch etwas sicherer, weil bei verschiedenen Motornummern an den Endpunkten unterschiedlich viele Zähne an Punkt 7 zusammentreffen.

 

Weitere Einbau–Hinweise

Mit der korrekten Positionierung des Segments ist es noch nicht getan. Der Druckpilz 1, die Schaltwippe 2 und die Rückstellstange 3 mit den zwei Druckfedern 4 und der Gleitbüchse 5 für den Dorn der Wippe wollen auch noch richtig eingesetzt werden.

Diese Stange hat an ihren Enden zwei durch Splinte 7 gesicherte Scheiben 6, die die Federn halten. Die Splinte müssen gut anliegen, damit sie in die Aussparungen der Motorschale passen. Ebenfalls wichtig: Die Scheiben haben zwei abgeflachte Seiten. Jeweils eine davon muss nach oben zeigen und eine nach vorne. Diese Scheiben einzusetzen, kann etwas Nachhilfe durch sanfte Schläge mit einem kleinen Hammer erfordern.

Beim Einsatz der Schaltwelle 8 mit den Begrenzungsklauen kann hingegen nicht viel schiefgehen.

Werkseitig ist für den Schaltdeckel eine Papierdichtung vorgesehen. Diese kann getrost entfallen, wenn die Dichtflächen vor der Anbringung mit einer Dichtmasse wie „Hylomar M” oder „Curil K2” bestrichen werden.

Vorsicht bei der Zerlegung: Wippe und Druckpilz sollten tunlichst nicht in das Kupplungsgehäuse fallen. Sie da 'rauszuholen, ist mit Aufwand verbunden (und natürlich „Öl ablassen”). Das lässt sich leicht mit einem kleinen Schraubendreher verhindern, der die Teile zunächst am Platz hält.

 

Schritt–für–Schritt mit Fotos

Hier zeigen wir die Variante, wenn der erste Gang eingelegt ist (wir mussten da nur den Schaltdeckel neu dichten, nichts einstellen).

Gangschalthebel, Ganganzeigenadel und Schaltdeckel an der Victoria KR26.
[ ± ]. Zunächst müssen Anzeigenadel und Schalthebel abgebaut werden.
Die Linsenkopf–Schlitzschrauben am Schaltdeckel sind empfindlich.
[ ± ]. Vorsicht mit den Linsenkopf–Schlitzschrauben - die brauchen einen passenden Schraubendreher.
Die Rückholfedern für den Schalthebel.
[ ± ]. Auch der Ausbau der Rückholfedern (Teile 3 bis 7) erfordert Vorsicht.
Druckpilz und Schaltsegment-Zahnung am Victoria KR26–Getriebe.
[ ± ]. Druckpilz, Schaltsegment in „Gang 1–Stellung”, Kupplungskorb.
 
 
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