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Der Gespannreifen an der Victoria KR26

Avon Sidecar Triple Duty MkII

Der „Klassiker”, ein Metzeler Block C, ist sozusagen ein Allround–Genie. Nicht umsonst sind fast alle mit unserem Motorrad vergleichbare „Kisten” damit bereift. Der Reifen ist robust, langlebig, stabil - Herz, was willst Du mehr? Wir fahren ihn selbst auf dem Vorderrad.

Nun ist jedoch bei einem Gespann ein bisschen mehr gefragt. Auch müssen sich Gespannfahrer in keine Kurve legen - wofür also ein „runder” Reifen? Die Haftung ist schlechter und der Verschleiß höher.

Beim Seitenwagen wurde dem schon mit einem breiteren Mitas–Reifen (3,50" auf einer 2,15"–Felge) Rechnung getragen. Der ist gut, jedoch nicht für 19"–Räder erhältlich. Es gibt jedoch eine prima Alternative, den Gespannreifen „Avon Sidecar Triple Duty MkII”. Von dem Burschen ist hier hier Rede.

Achtung: Mit der Angabe Load/Geschwindigkeitsindex „57L” ist dieser Reifen nur bis 120 km/h Höchstgeschwindigkeit zugelassen. Für schnellere Motorradgespanne kommt er also nicht in Frage, wohl aber für etwas schwerere (230 kg Last).

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  Passend: Was ist auf unseren Reifen angeschrieben?.
 

Schmaler und doch breiter?

Ja was nun? Doch doch, das stimmt. Der Reifen selbst behauptet, 3,50" breit zu sein. Tatsächlich ist er jedoch insgesamt etwas schmaler als ein Metzeler Block C mit 3,25" Breite.

Da er jedoch ein eher kastenförmiges Profil hat wie ein Autoreifen, ist die Auflagefläche im waagerechten Stand und belastet mindestens ein Drittel breiter als bei dem „Universalreifen”.

Dieser angenehme Effekt geht ein bisschen verloren, wenn der „Schlappen” auf einer Felge mit nur 1,85" Breite aufgezogen wird. 2,15" sollten es schon sein, und die stehen zum Glück auch in der ABE für die Victoria KR26 (im Nachtrag II dazu vom 11. September 1953). Daran klemmt es also nicht. Zugelassen ist er für Felgen von 1,85 bis 2,50".

Der Zufall spielte uns eine neue, passende Felge von Radaelli in die Hand. Diese brauchte etwas kürzere Speichen als die vorherige ERWE–Felge. Wieder schaffte uns Fremde Seite Motorrad Stemler die Teile herbei, was jedoch ein bisschen dauerte.

Wie auch immer, im Winter war's der Tochter zu kalt, und so haben wir die neue Felge erst im Frühjahr 2015 eingespeicht, zentriert und bereift. Das Foto zeigt sehr gut, wie schmal der Reifen bei gleichzeitig breiter Auflage ist. Es ist natürlich lächerlich, aber für unsere Verhältnisse hat das schon etwas von „Drag Strip”.

 

„Erfahrungen” mit dem Gespannreifen

Bis Anfang Juli 2015 wurden nur wenige Kilometer damit zurückgelegt, etwa 450. Der subjektive Eindruck war jedoch ganz ausgezeichnet. Das Gespann haftete hinten deutlich besser auf der Straße.

Der schmale Reifen passt sehr gut in das Gehäuse. Nach ein paar Kilometern hatte er eine noch bessere Haftung, weil sich das Profil gerader fährt. Beim alten Gespann mit dem Metzeler–Reifen war es jedenfalls so, dass das Profil zuerst in der Mitte abgenudelt war, wenn der Reifen ersetzt werden musste. Und erst dann war er richtig gut.

Auf dem letzten Bild ist zu sehen, wie die Tochter gleichzeitig den Frühjahrsputz macht. Ihr Kommentar zu dem Reifen war bezeichnend: „Damit können wir sicher auch den nächsten Winter hindurch fahren.”.

Damit hatte sie ganz Recht, denn das Profil ist auch für Regen und Schnee sehr tauglich.

Da das Gespann ohnehin nur für den ausschließlichen Betrieb mit Seitenwagen eingetragen wurde (der Grund ist das Starrheck), brauchen Rad oder Reifen auch nicht gewechselt zu werden.

Inzwischen ist der Sommer 2017 vorbei. Volker und ich sind gute 7.000 Kilometer mit dem Reifen gefahren, und das Fazit ist nach wie vor durchgehend positiv. Bei einem Ventilausriss konnte ich auch feststellen, dass die Notlaufeigenschaften hervorragend sind. Der „Schlappen” muss Anfang 2018 erneuert werden - keine schlechte Laufleistung!

 
 
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