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Die Räder des Victoria–Gespanns

Vorab: Um Duplikate zu vermeiden, besprechen wir die Bremsen bei „Seitenwagen: Bremsen”.

Vor dem Termin beim TÜV Anfang August 2014 waren wir noch mit einem von Volker ausgeliehenen Hinterrad unterwegs. Das originale Seiten­wagenrad fand sich bei eBay® wieder an, und das entsprechende Vorderrad samt der Duplexbremse hatte „Ali” noch. Das richtige Hinterrad mit 19" wurde erst nach dem Prüftermin eingespeicht.

In diesem Bereich wird erklärt, wie Felgen eingespeicht und zentriert werden, was die Vorteile von Gespannreifen sind und wie das mit den Aluminium–Schutzblechen so lief. Vorher gibt es jedoch ein paar Tipps.

Abschnitte dieser Seite:

  Passend: Was ist auf unseren Reifen angeschrieben?.
 

Stahl– vs. Leichtmetallfelgen

Die KR26 gab es mit zwei Felgentypen: Stahlfelgen, meist mit 19" Durchmesser, und Hochschulterfelgen aus „Leichtmetall” (meist, aber nicht immer, 18"). Da liegt der Schluss nahe, dass letztere deutlich leichter sind.

Das ist jedoch nicht so, jedenfalls nicht deutlich. Ein entscheidender Unterschied ist jedoch, dass die Hochschulterfelgen weit schneller verschmutzen und verkratzen und auch schwerer zu reinigen sind, und dass die Montage der Reifen schwieriger ist. Außerdem sind sie für den Gespannbetrieb zu weich.

Wir haben das zum Spaß nachträglich ausgewogen. Die größere Stahlfelge wiegt rund 800g mehr als die kleinere Leichtmetallfelge (deren Metall ist wohl doch nicht so leicht). Kurzum, selbst bei einem Gespann mit drei Rädern braucht da nicht wirklich Rücksicht drauf genommen zu werden.

Wahrscheinlich ist das auch eine Geschmacksfrage, wir bevorzugen jedoch Stahlfelgen, zumal es diese auch neu um vertretbares Geld zu kaufen gibt, oft gebraucht sogar überraschend günstig - für die im Bild gezeigte Felge waren nur 10,- € aufgerufen!

 

Bereifen leicht gemacht (Teil 1)

Eine Schraube steckt im Reifen des Seitenwagens - Mist!
[ ± ]. Shit happens …

Weckt das erste Foto unangenehme Erinnerun­gen? Reifenpannen kommen leider öfter vor. Bei der ersten Reise auf einer Victoria KR25 hatte ich eine kurz nach Mailand, mit dem alten Gespann ins­gesamt drei, und die Krönung bildete 1991 der geplatzte Mantel einer DKW SB200 auf Sardinien. Zwei Montagen standen 1991 an, als mir vier Hinterradspeichen auf dem Gotthardpass rissen. 2016 mussten wir wegen der Speichenprobleme sogar viermal die Reifen abnehmen.

Wer sich da einige Quälerei sparen will, vor allem bei neuen „Schlappen”, tut gut daran, Schraubzwingen einzusetzen. Das sonstige Prinzip ist bekannt: Erst wird der Mantel einseitig aufgehebelt, dann wird der leicht aufgepumpte Schlauch in Position gebracht und der Ventilschaft in seiner Bohrung gesichert, und erst dann folgt die zweite Mantelhälfte.

Und genau da beginnt oft das Problem - diese zweite Hälfte will einfach nicht auf die Felge, schon gar nicht mit kurzen Montierhebelchen.

Der Grund dafür: Der Reifen bleibt auf der Gegenseite nicht so wirklich in der Nut in der Mitte der Felge. Daher steht nicht genug Durchmesser zur Verfügung, um ihn über das Felgenhorn zu hebeln. Wird der Reifen jedoch mit beispielsweise drei bis vier Schraubzwingen auf der Gegen­seite in der Nut gehalten (durch zusammendrücken der Wangen), klappt es plötzlich recht leicht.

 

Bereifen leicht gemacht (Teil 2)

Wie sonst auch gilt es dabei zu beachten, dass Montiereisen oder (eher stumpfe) Schraubendreherklingen den Schlauch nicht verletzen und dass dieser nicht zwischen Felge und Mantel klemmt. Auch ist es wichtig, den Schlauch im montierten Reifen erst leicht aufzupumpen und dann das Rad ein paar Mal „dotzen” zu lassen, damit sich der Schlauch gemütlich einrichten kann, bevor der echte Druck kommt.

Es ist sicher auch keine schlechte Idee, den Schlauch vor der Montage mit Talkum einzureiben. Das dient als Gleitmittel zwischen Gummi und Gummi. Talkum bekommt ihr in der Apotheke. Dieser Tipp gilt vor allem für dünnwandige Schläuche.

Die Muttern oder Rändelscheiben an den Ventilschäften dienen vorwiegend als Montagehilfe (besonders beim ersten Aufpumpen). Sie sollten danach wahlweise leicht mit der Ventilkappe gekontert werden, um diese gegen Verlust zu sichern, oder nur von Hand bis kurz vor die Felge geschraubt werden. Grund: Es ist sonst nicht rechtzeitig festzustellen, ob Mantel und Schlauch beim Bremsen oder Beschleunigen (letzteres auf unebener Strecke) „gewandert” sind. Kann sich das Ventil leicht schräg stellen, fällt das auf - und ansonsten könnte das Ventil auch abreißen.

 

Reifenpannen bei Motorradgespannen

Selbst bei einem leichten Gespann kann es durchaus sein, dass es alleine nicht mehr auf den Ständer zu hieven ist. Zumindest ich bekomme das nicht mehr hin. Wer also alleine unterwegs ist, sollte darüber nachdenken, einen kleinen Scheren–Wagenheber mitzunehmen. Der nützt dann auch beim Vorder– und Seitenwagenrad. Aus rein räumlichen Gründen hatte ich früher einen hydraulischen Wagenheber dabei - der ist jedoch schwer. Scherenwagenheber gibt es günstig bei den eBay®–Kleinanzeigen.

Wer zu zweit fährt, sollte vorab testen, ob das Motorrad mit vereinten Kräften aufgebockt werden kann. Klappt? Prima. Eine Hilfe dabei kann auch sein, den Hebel am Ständer deutlich zu verlängern.

Nun wird im aufgebockten Zustand das Hinterrad gehoben. Was tun, wenn das Vorderrad oder Seitenwagenrad platt sind? Da hilft ein Stück Dachlatte mit einer Nut an einer Seite (für den Seitenwagenrahmen). Und das wiederum tut's auch, wenn der Reifen am „Boot” platt ist.

 
 
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