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Der Tank des umgebauten Gespanns

Unsere Zugmaschine, eine KR26 mit einem starren KR25–Heck, mussten wir aus Einzelteilen zusammensetzen. Die Suche danach begann im September 2013. Dank Abonnements auf eBay® fand sich so manches „Schnäppchen”, unter anderem einer der seltenen großen „Büffeltanks” mit 16 Liter Volumen (ein beachtlicher Wert für so ein kleines Motorrad, Gespanne haben jedoch oft mehr Durst als deren Fahrer  (zwinker) ).

Hier berichten wir von der Restaurierung des guten Stücks. Der „Everbest”–Benzinhahn ist ein anderes Thema.

Abschnitte dieser Seite:

  Zusatzseite: Schmodder, Schmutz und Benzinhahn.
  Zusatzseite: Die Tanksanierung (innen).

 

Die Bestandsaufnahme

Nachdem der Tank, „geschossen” bei einem bekannten Schlachter, im Haus war, ging es an die Bestandsaufnahme.

Die Substanz war ziemlich gut, mit wenig Rost. Die rechte vordere Tankhalterung war schon einmal geschweißt worden (eher weniger fachmännisch), und das vordere Ende war glatt abgebrochen (wie kriegt man das denn hin?). Außerdem zeigte sich links oben eine unglückliche Beule. Leider fand sich kein Betrieb, der sich bereit erklärte, diese herauszuziehen.

Als der ganze Lack mit der Stahlbürste entfernt war, wurde der Rest–Rost mit dem Wundermittel (Link: fremde Seite) Fertan umgewandelt (gleich zusammen mit anderen Teilen). Den Rostumwandler (heute schick: „Konverter”) gibt's auch bei (Link: fremde Seite) Amazon zu kaufen.

Das klappte auch ganz gut, allerdings ist es knifflig, das Material länger feucht zu halten und die umgewandelten Reste anschließend zu entfernen. Die Tochter kümmerte sich liebevoll und sehr engagiert um diese Aufgaben.

Chiara war damals 13 Jahre alt und hatte bei unserem Projekt reichlich Gelegenheit, etwas zu lernen. Da sie sich sehr engagiert zeigte und geschickt anstellte, überließ ich ihr die Tankrestaurierung bald ganz.

 

Weitere Aufgaben

Schon bei der Lieferung in die Firma stellte sich heraus, dass der Tank einen starken Geruch von Zweitaktgemisch hatte - dabei war er völlig leer!

Der Ursache kamen wir schnell auf die Spur. Offenbar war das Teil recht lang gelagert worden, und im Inneren hatte sich ganz übler „Schmodder” gebildet. Die Röhrchen für den Ausgleich zwischen rechter und linker Tankhälfte waren sogar ganz damit verstopft.

Mit Unmengen von heißem Wasser und dickem Kupferdraht gelang es uns, diese allmählich freizulegen und den größten Teil der Ablagerungen zu entfernen - leider jedoch nicht alle, wie sich noch herausstellen sollte. Mehr dazu gibt's auf den Seiten zum Thema Benzinhahn und zur Tanksanierung.

Schweißarbeiten am Tank sind so eine Sache, selbst wenn er innen gründlich gewaschen und mit Wasser gefüllt wurde. Da die Stelle nicht stark belastet ist, wählten wir für die Reparatur der vorderen, abgebro­chenen Befestigung einen anderen Weg.

Außen wurde ein passend angefertigtes Stück aus 1 mm–Messingblech aufgeklebt und darunter das fehlende Stück aus 2 mm starkem Messing. Das zweite Bild des Abschnitts zeigt diese Arbeit und wie wir die Bleche mit Wäscheklammern gesichert haben.

Das klappte alles wie erwartet, und so stand der Oberflächenbehandlung nichts mehr im Weg - außer Spachtelarbeiten.

 

Gespachtelt, geschliffen, lackiert

Chiara war bei der Planung 2013 zunächst nicht so angetan von so einem Tank. Als er jedoch erst einmal da war und ein erstes Mal auf dem Rahmen auflag, fand sie ihn prima, so wie auch den Sattel.

Ebenfalls klasse fand sie von Anfang an den Alu–Spachtel, den wir an ein paar Stellen anwenden mussten, so auch bei zwei Beulen des Tanks. Nach einer kurzen Einweisung konnte ich ihr alle in diesem Bereich anfallenden Arbeiten getrost überlassen und mich anderen Aufgaben widmen.

Die zwei Fotos des Abschnitts zeigen sehr gut, dass dieses Vertrauen gerechtfertigt war - der überholte Tank sieht fast makellos aus.

Die Tochter lernte jedoch nicht nur Sorgfalt, sondern auch Ansprüche zu stellen. So beklagt sie heute, dass bei sehr sorgfältigem Hinsehen ihre Spachtelarbeiten noch zu erkennen sind (was gar nicht so leicht ist).

Da uns bis zum Treffen 2014 die Zeit auf den Nägeln brannte, ließ sie sich jedoch durch neue Aufgaben ablenken und übernahm die Vernickelung der Tank–Plaketten und deren Auslegung mit Farbe entsprechend dem von ihr aufgestellten „Style Guide”. Heute betrachtet sie die Spuren als schöne Erinnerung.

Beim Treffen 2014 (die Anreise war eine abenteuerliche Geschichte) folgte der Lohn der Arbeit und Hilfe: ein Ehrenpreis des VFV („Deutscher Veteranen–Fahrzeug–Verband”) für ihre Mitarbeit - samt Pokal.

 

Tipps: Kniekissen, Tankembleme

Ohne etwas „gewusst-wie” könntet ihr bei beiden Probleme bekommen. Auf geht's!

Die Kniekissen sind nicht ganz so einfach auf deren Halter zu zwingen, selbst dann, wenn der Abstand der überstehenden Bleche zum Tank passt - also richtet den zuerst. Hier geht ihr am besten so vor. Erwärmt die Kniekissen im Wasserbad auf dem Herd, damit sie geschmeidiger werden. Pinselt sie und die Bleche dann großzügig mit unverdünntem Flüssigwaschmittel oder Spülmittel ein.

Schiebt die Kissen von hinten in die Halter, so fest und weit wie möglich. Dann müsst ihr (von Hand und ja ohne scharfes Werkzeug!) die Kanten nach außen wölben und in den Spalt drücken. Das erfordert vor allem gegen Ende bei der Rundung vorne Geduld, und es besteht Gefahr, dass der Gummi reißt!

Zweitens wird der Laie annehmen, dass die Plaketten mit genormten Linsensenkkopfschrauben M4 mit Schlitz befestigt werden. Das ist jedoch nicht so, das sind eine Art Schrauben mit Schälgewinde, die ebenfalls 4 mm Durchmesser haben. Hier braucht es also Originale (ebenso schwer zu bekommen wie Plaketten), oder die in den Tank eingelöteten Messingbuchsen müssen ausgetauscht werden.

 

 
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