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2016-10-09

Was steht auf unseren Motorradreifen?

Irgendwann ist es soweit - der „Schlappen” ist überaltert oder kurz vor abgefahren. Dann wird es Zeit, für Ersatz zu sorgen. Das gilt ganz besonders, wenn das Reifenprofil Anfang Herbst in der kalten Jahreszeit keine sichere Fahrt mehr garantiert. Im Oktober 2016 war's bei unserem Vorderrad soweit. Der sehr bewährte Metzeler Block C sollte es wieder sein (3,25 - 19" auf einer 1,85"–Felge).

Beim Tausch des Reifens sollten prinzipiell auch der Schlauch und das Felgenband getauscht werden.

Bei dieser Gelegenheit konnten wir uns auch 'mal ansehen, was denn so alles auf unseren Reifen steht und was es bedeutet.

Abschnitte dieser Seite:

 

Reifenbezeichnung, Hersteller, Gewicht und Geschwindigkeit

Die Angaben auf dem ersten Bild des Abschnitts fanden sich schon vor über 30 Jahren auf Motorradreifen. Zuerst kommt die Größenbezeichnung in Zoll (3,25 - 19). „54P” ist die Kombination aus Lastindex (hier: 212 kg) und zulässiger Höchstgeschwindigkeit (P steht für 150 km/h). Dann folgt die Typbezeichnung („Block C5”).

Irgendwo auf dem Reifen steht auch noch der Name des Herstellers - meist sehr deutlich.

Die an der Flanke beim Großbild sichtbaren Buchstaben „TWI” stehen für „Tread Wear Indicator”, also eine Anzeige, wann der Reifen wegen mangelnder Profiltiefe erneuert werden sollte. Diese Anzeige besteht aus Stegen in den Profilnuten. Wohlbemerkt, das ist nur ein absolutes Minimum! Reifen sollten ersetzt werden, bevor diese Stege blank liegen.

 

DOT–Nummer, Laufrichtung

Die DOT–Nummer der Reifen ist vor allem hinten interessant, denn da sind die Informationen zum Herstellungs–Zeitpunkt. Diese Nummer setzte sich in Deutschland erst in den 1990er–Jahren durch. DOT steht für das amerikanische „Department of Transportation”. Die Nummer wurde 1980 eingeführt und später auch in Europa angewendet.

Diese Nummer besteht aus vier Teilen und ist oft nur auf einer Reifenseite angebracht.

  1. Plantcode”, bezeichnet das Herstellerwerk.
  2. Sizecode”, bezeichnet die Reifengröße.
  3. Typecode”, bezeichnet den Typ, optional.
  4. Die letzten Ziffern (drei– oder vierstellig) bezeichnen Kalenderwoche und Jahr der Herstellung.

„1716” bedeutet hier, dass der Reifen in der letzten Aprilwoche des Jahrs 2016 hergestellt wurde. Moderne Reifen galten bis vor kurzem auch nach fünf Jahren sachgemäßer Lagerung noch als neuwertig (gerichtlich bestätigt). Inzwischen wird eher von zwei Jahren ausgegangen.

Wenn ein Reifen eine definierte Laufrichtung hat, wird diese mit hinreichend großen Pfeilen an der Flanke angezeigt. Das ist hier nicht der Fall. Zuweilen wird auch der höchstzulässige Luftdruck angegeben.

 

ECE–Prüfzeichen und TWI (Tread Wear Indicator)

Ulkig: Das ECE–Prüfzeichen (E3) weist auf eine Homologation in Italien hin. Aber warum auch nicht? Diese Prüfzeichen sind gut. Unsere Kompressor–Fanfaren haben auch eine Zulassung aus Italien.

Der Reifen links im Bild ist abgenutzt. Beide sind Metzeler Block C.
[ ± ]. Aus die Maus!

Die Abnutzungsanzeige ist auch prima. Gesetzlich vorgeschrieben sind 1,6 mm Profiltiefe. Soweit würde ich es vor allem zu Beginn der feuchten und kalten Jahreszeit nicht kommen lassen. Spätestens, wenn der „Schlappen” so aussieht wie links beim ersten Bild, sollte Ersatz beschafft werden.

Das gilt auch dann, wenn sich feine Risse zeigen - die können im Extremfall sogar zu Reifenplatzern führen (selbst schon erlebt).

Wichtig: Neue Reifen müssen erst eingefahren werden. Am Anfang haftet noch eine Silikonschicht auf ihnen, die abgefahren werden muss, und auch bei etwas verringertem Luftdruck ist die Auflagefläche auf den ersten paar hundert Kilometern noch zu klein.

 

Tabellen: Kürzel Lastindex und Geschwindigkeitsindex

Nicht jeder Reifen ist für jedes Motorrad geeignet - das dürfte klar sein. Aber was hat es eigentlich mit den Kürzeln für Belastung und Geschwin­digkeit auf sich? Wir konzentrieren uns hier auf die für unser „Alteisen” relevanten Werte. Der Lastindex wird auch „Tragfähigkeitsindex” genannt und gibt an, bis wieviel Kilogramm der Reifen belastet werden darf. Für kleinere Motorräder und Gespanne sind allenfalls die Werte von 50 bis 59 relevant.

Lastindex 5051525354
Kilogramm 190195200206212
Lastindex 5556575859
Kilogramm 218224230236243

Ebenso interessieren hier nur Geschwindkeitsindex–Werte von J bis P.

Klasse JKLMNP
km/h 100110120130140150

Ab E (70 km/h) und bis H (das erst nach U kommt!) gilt je Schritt 10 km/h plus. Von B bis U ist die Reihenfolge alphabetisch.

Der hier montierte Metzeler Block C5 trägt die Kombination „54P”. Er darf also mit 212 kg belastet und bis 150 km/h gefahren werden. Entscheidend ist, was als Höchstgeschwindigkeit im Kraftfahrzeugschein eingetragen ist.

Unser hinterer Reifen (57L) darf mit 230 kg belastet, aber nur bis 120 km/h gefahren werden. Am belastbarsten ist der Reifen am Seitenwagen (62P) mit 265 kg - das ist aber Zufall.

 
 
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