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LED–Soffitten für Rücklicht und Seitenwagen

Wie schon andernorts ausgeführt, werkeln die Lichtmaschine und der Regler des Victoria–Gespanns am Limit. Gerade in der dunklen Jahreszeit und bei vorwiegend Kurzstreckenfahrten besteht eine gewisse Gefahr, dass sich die Batterie zunehmend entleert.

Da liegt es nahe, auf stromsparende Hochleistungs–Leuchtdioden zurückzugreifen. Das ist jedoch nicht ganz ohne. Zwar lassen sich damit etliche Watt einsparen, aber ganz ohne Contra ist der Umbau nicht.

Hier gehen wir näher auf Vor– und Nachteile ein.

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Angebot, Stromersparnis, Farbe

LED–Soffitten für 6 Volt Betriebsspannung sind inzwischen leicht und günstig zu haben. Wegen der Gefahr des Verdrehens sollten im Rücklicht und der Positionsleuchte des Beiwagens nur Rundum–Versionen wie die hier abgebildeten oder zumindest beidseitig bestückte Leuchtmittel verwendet werden.

Der Stromverbrauch ist wesentlich geringer als bei konventionellen Glühlampen mit (wie hier zuvor) 10 Watt - er dürfte bei höherer Helligkeit eher im Bereich um ein bis zwei Watt liegen. Selbst bei 2 Watt werden 16 Watt gespart - und das ist (wegen Dauerbetrieb) eine Menge. Außerdem brennen die Lampen nicht durch. Einzelnen Berichten zufolge war ein Austausch erst nach mehr als 70.000 km nötig.

Ein verpolter Einbau macht nichts. Die Soffitte wird einfach gewendet und tut's dann. Schaden nimmt sie dabei nicht. Tipp: die bedruckte Kontaktseite ist Plus.

Etwas kritischer wird's schon bei der Helligkeit und Farbe. Gelbe LED sehen eher aus wie Glühlampen, könnten aber zu schwach leuchten. Weiße leuchten hell genug, verfälschen jedoch leicht die Farbtemperatur der „Gläser”. Nach vorne hin am Seitenwagen ist das egal und eher gut, aber hinten wirken die Rückleuchten etwas zu orangefarben.

 

Rechtliche Bedenken

LED und Glühlampe im Vergleich: Das Rücklicht (LED, links) wirkt orangefarbener.
[ ± ]. Noch mal der Vergleich
(LED links, Glühlampe rechts).

Leuchten für Kraftfahrzeuge brauchen eine Kennzeichnung mit einer Prüfnummer. Die wird jedoch nicht nur für die Leuchte selbst, sondern für die Kombination aus Lampe und Leucht­mittel erteilt. Ob die konventionelle Sofitte im Rücklicht 5 oder 10 Watt aufnimmt, ist egal, aber 21 Watt oder die entsprechende Helligkeit in Lumen sind ebenso wenig okay wie eine allzu deutliche Änderung der Farb­temperatur. Genau diese Änderung der Temperatur (hier noch tolerabel) ist auf dem Foto zu erkennen. Die Rückleuchte (links) wirkt nicht mehr ganz so rot wie das Seitenwagenlicht (rechts). Diesem Problem lässt sich mit einem Vorwiderstand von etwa 68 bis 82 Ω beikommen.

Wichtig ist, dass sich die Blinker und das Bremslicht noch hinreichend abheben. Das war bei unseren Versuchen eher gegeben, während der Prüfer beim letzten TÜV–Termin genau diesen Punkt bei konventionellen Lampen bemängelte.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Polizist eine Lampe aufschraubt oder -schrauben lässt, um das Leuchtmittel zu prüfen, ist eher klein. Kritischer könnte es beim TÜV werden. Vernünftige Prüfer werden jedoch vielleicht gerade bei einem Veteranen–Motorrad zwischen Sichtbarkeit (Sicherheit) und genauer Auslegung der Paragraphen abwägen. Es schadet sicher nichts, für den Fall der Fälle konventionelle Glühlampen und einen Schraubendreher für den schnellen Rückbau dabei zu haben  (zwinker) .

 

Bremslicht und Blinker, Eindruck bei Nacht

Bremslichter und Blinker sind weniger problematisch. Klar: Die sind nicht im Dauerbetrieb an. Da besteht also allenfalls die Gefahr, dass die Lämpchen durchbrennen oder -vibrieren. Deren Aufrüstung ist daher nicht so wichtig.

Weit mehr hat uns interessiert, wie der Umbau bei Dunkelheit wirkt.

Dass die Lampen von hinten hier zu hell wirken, ist der Kamera geschuldet. Das menschliche Auge nimmt die Gläser weit röter wahr. Dennoch ist gut zu erkennen, dass es hier an Sicherheit nicht fehlt - ein Fahrzeug mit einem so gut ausgeleuchteten Kennzeichen, guten Rückstrahlern und guten Leuchten steht kaum schlechter da als ein moderner PKW.

Von vorne ist das schon kritischer. Der Unterschied in der Farbtemperatur zwischen LED–Positionsleuchte am Seitenwagen und dem H4–Licht am Motorrad ist so groß, dass ein entgegen kommender Autofahrer leicht auf ein Motorrad tippen könnte, das ein Fahrrad überholt.

Eventuell würde hier etwas Abhilfe schaffen, wenn die Standlicht–Glühlampe auch durch eine weiße und helle LED–Version ersetzt würde - wir werden das bei Gelegenheit untersuchen.

Tagsüber besteht diese Gefahr wegen der inzwischen angebrachten Tagfahrleuchten nicht. Da verwirrt den Autofahrer dann eher, dass der Gespannfahrer mit drei Leuchten entgegenkommt (zweimal TFL und einmal Positionslicht am Seitenwagen).

 
 
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