Beginn des Inhalts.

Seitliche Reflektoren am Victoria–Motorrad

Wer hier mitliest, wird wissen, dass wir (also meine Tochter und ich) Sicherheit im Straßenverkehr sehr wichtig nehmen. Ob nun bessere Bremsen, Tagfahrleuchten oder eine gescheite Hupe - das alles verringert die Gefahr für Mensch und Maschine.

Bisher gab es da noch einen Schwachpunkt. Von der Seite her ist das Gespann bei Dunkelheit nämlich kaum zu sehen, weil die Leuchten kaum zur Seite abstrahlen. Da haben wir Ende Oktober 2016 nachgebessert - die dunkle Jahreszeit steht vor der Tür.

Bitte keine Glaubenskriege - wir finden die Dinger nützlich, wenn auch nicht unbedingt schön.

Abschnitte dieser Seite:

 

Rechtliche Fragen

Bei der Recherche nach Seitenreflektoren am Motorrad stieß ich oft auf Forumsbeiträge, wo die Fahrer moderner Motorräder die „unschönen” Teile von der Gabel abbauen wollten. Verkehrte Welt … Wir waren eher daran interessiert, ob wir sie anbauen dürfen, und wenn, dann welche und wo.

Die StVZO schweigt sich zu dem Thema aus, aber es gibt eine ECE–Richtlinie, derzufolge zumindest 2016 die Reflektoren optional sind. Sind sie im Einsatz, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein: Es müssen zwei sein (rechts und links), die Abstrahlwinkel sind definiert, sie müssen orangefarben sein und dürfen nicht dreieckig sein. Für alle Reflektoren gilt, dass sie in einem definierten Winkel angebracht werden müssen. Meist ist die Oberseite mit der Prägung „Top” versehen.

Typischer Weise werden die Teile bei Anhängern seitlich angebracht. Wer sucht, findet Typen mit ECE–Prüfzeichen - uns hat so ein Paar mit knapp 60 mm Durchmesser, einer schwarzen Einfassung und einer zentralen Befestigungsschraube gerade 'mal 4,- € gekostet (gekauft in der Bucht).

Wie ich das verstehe, ist das Prüfzeichen hier nicht einmal nötig. Aber da es preislich keinen Unterschied macht - warum nicht! Solche Kleinigkeiten erfreuen des Kesseldrückprüfers Auge, wenn dessen Augenmerk auch meist eher dem oder den Rückstrahlern gilt.

 

Anbringung an der Gabel

Ganz klar: Kleben ist nicht! Alle diese Reflektoren scheiden also aus. Spätestens nach einem Kilometer wären die Dinger weg (und es gibt sowieso keine geeignete Auflagefläche bei unseren Veteranen). Die Typen mit einem Loch in den Mitte für eine Schraubbefestigung sehen doof aus. Ideal sind also die Typen, die eine Schraube im Kunststoff eingegossen haben (hier: M6).

Nächste Frage: Wohin damit? Schließlich soll das Ergebnis manierlich aussehen und das kritische Auge der besten Tochter von allen nicht verletzen (denn sie ist für die Optik zuständig).

Die wahrscheinlich beste Lösung ist ein Halter, der oben an den Befestigungen für die Scheinwerfer angebracht wird. Solche Halter haben wir uns aus 1 mm starkem Alu–Blech angefertigt (30 mm breit, Augen­abstand M8/M6 54 mm). Da jeder dieser Reflektoren nur 20 g wiegt, sollte es das ohne Vibrationsschäden tun.

Die zwei Teile wurden dünn grundiert und dann seidenmatt schwarz gespritzt. Die ziemlich langen Schrauben an den Reflektoren wurden auf das nötige Mindestmaß gekürzt.

 

Design–Feinheiten und Endergebnis

Bei solchen Erweiterungen kommt es auf Kleinigkeiten an, wenn das Ergebnis stimmig wirken soll. Leider gibt es genau in diesem Fall einen Konflikt. Prinzipiell wäre es schöner, wenn die Linie zwischen den Augen genau den Winkel der Gabel hätte (63°). Leider würden die Reflektoren dann jedoch schon den Chromring der Lampe verdecken (zumindest teils). Besser daher: Die Linie sollte parallel zum Reflektor des Schein­werfers liegen, also mehr oder minder senkrecht.

Blöd, wie ich bin, hatte ich nicht daran gedacht, dass links an der Wunschstelle ja schon der Knopf des neuen Lichtschalters liegt. Aus die Maus mit schön und schick … Ich tröstete mich mit „besser hässlich als tot (lachen) . Die Fotos zeigen die Schokoladenseite (rechts) und den Schandfleck (links).

Leider hatten wir diese Option bei der Planung 2013 noch nicht auf dem Schirm und auch nicht, als es an die neuen Schalter ging. Umso deutlicher zeigt sich, dass es sich lohnt, sich vorab Gedanken über die „volle Ausstattung” zu machen, um derlei Konflikte zu vermeiden.

Puristen mögen jetzt „ach und weh” schreien - wer jedoch so ein altes Fahrzeug fast jeden Tag bewegt, wird nicht lange zögern. Wir sind schon sehr oft in gefährliche Situationen geraten, und gerade die ungeschützten Motorradfahrer sollten meiner Meinung Sicherheit über Schönheit stellen, was vor allem in der dunklen Jahreszeit gilt.

 
 
Ende der Seite.