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Beleuchtung und Hupe des Victoria–Gespanns

Die Bedienungsanleitung der KR25 HM sagt uns, dass im Scheinwerfer eine Bilux–Lampe mit zweimal 35 W werkelt und das Standlicht 1,5 sowie die Schlussleuchte 3 W haben. Na danke! Vergessen wurde die Tacho–Beleuchtung mit 0,7 oder höchstens 1,2 W - und das alles bei 6 Volt.

Das Scheinwerferlicht - okay, das ist in Ordnung. Aber die Rückleuchte! Aus heutiger Sicht sind selbst 5 W sträflicher Leichtsinn und gefährlich schlecht zu sehen. Blinker gab's natürlich auch nicht, signalisiert wurde mit Handzeichen.

Hier ist die Rede von der Anpassung an die aktuelle Verkehrssituation und die dabei verwendeten Lösungen. Anmerkung: Auf 12 V wollten wir aus Kostengründen nicht umrüsten.

Abschnitte dieser Seite:

 

Die Anforderungen und das H4–Licht

1988 - beim ersten Gespann - gab es das noch nicht, jetzt aber schon: passende Reflektoren und H4–Glühlampen mit 6 Volt. Das kostet erstmal nur Geld, und nicht einmal viel, ändert jedoch nichts an der Leistungs­aufnahme: Es bleibt bei 35/35 Watt. Also wurde bei (Link: fremde Seite) Motorrad Stemler das entsprechende Set mit Zulassung und Prüfzeichen bestellt (Reflektor, Streuscheibe, Fassung, Haltefeder und Lampe - siehe Foto).

Ebenfalls klar waren zwei Punkte: Das Motorradgespann sollte eine Bremsleuchte bekommen (mit zwei Bremslichtschaltern!) und Blinker. Originale Leuchten schieden damit aus, und bei der Seitenwagenleuchte (Standlicht und Blinker) war sogar einige Kreativität gefragt - dazu später mehr.

Die Blinker sollten mit 18 W arbeiten und die Rück– sowie Seitenwagen­leuchte mit jeweils 10 W. Für die letzteren wurden also Zweikammer-Leuchten gebraucht und für die Blinker ein Blinkrelais.

Das Standlicht vorne sollte 4 W haben und die Tachobeleuchtung sogar 2 W - auch bei 1,2 ist nachts kaum etwas zu erkennen.

Zeit für eine kurze Berechnung: 35 + 4 + 10 + 10 + 2 = 61 W, und das ohne die Zündung, Bremslicht oder Blinker. Obwohl es auch ohne Zündung mehr ist, als die Lichtmaschine eigentlich hergibt, geht es trotzdem. Das wird jedoch bei der Lima und dem Regler besprochen.

 

Rücklicht und Seitenwagenlampe (Teil 1)

Für diese beiden Leuchten musste erst einmal etwas Passendes gefunden werden. Die beiden Lampen sollten optisch gut zueinander passen.

Die Seitenwagenleuchte mit zwei Kammern für Stand- und und Blinklicht (oben).
[ ± ]. Seitenwagen.

Hella - deren Online–Datenbanken etwas eigenartig sind - zeigte sich per E-Mail sehr kooperativ. Die alten Gläser für die Leuchten mit 80 mm sind wohl nicht mehr verfügbar, zumindest nicht beide. Also musste auf einen anderen Typ ausgewichen werden.

Der fand sich dann auch (siehe Fotos). Die wichtigste Bedingung war erfüllt: Es gab die „Gläser” (die aus Kunststoff und natürlich mit Prüfzeichen sind) in orange-rot und orange-weiß (siehe Foto). Was es jedoch nicht gibt, sind beidseitige Zweikammer–Gehäuse - da blieb also nur der Selbstbau. Leider war zu der Zeit keine DigiCam im Haus, daher sind die Baufotos eher mies - die Kamera des damaligen uralt–Handys taugt nix.

Im folgenden Abschnitt werden der Eigenbau und die anderen Änderungen an den Lampen beschrieben.

Zuvor noch kurz zum „Ochsenauge”, dem linken Lenkerblinker. Wer auch am rechten Lenkerteil einen anbringt und mit Seitenwagen fährt, muss ihn abdecken - denn nicht benutzte Beleuchtungseinrichtungen dürfen für andere Verkehrsteilnehmer nicht sichtbar sein.

 

Rücklicht und Seitenwagenlampe (Teil 2)

Kommen wir zunächst zur Seitenwagenleuchte. Das einzige, was da fehlt, ist das passende Gehäuse mit den zwei Fassungen für die Soffitten–Glühlampen.

Dieses Gehäuse wurde also - genau wie schon 1988 - selbst gefertigt. Wichtig: Wer Bleche rollen will, muss diese zunächst länger zuschneiden, als es dem Umfang entspricht, und erst nach dem Rollvorgang die Überstande passend absägen.

Am Stoß - hier: unten - wurde der Ring aus 0,8 mm starkem Messing innen (also innerhalb der Auflage der Blenden) mit einem zusätzlichen Blech verstärkt.

Die Aufnahmen der zwei Leuchten wurden abgesägt, an den Stößen vom Lack befreit und dann mit der Flamme weich eingelötet (siehe erstes Foto, unterer Ring). Nach dem ersten Ring müssen zunächst die seitlichen Halter für die Lampenfassungen angebracht werden (siehe zweites Foto). Diese sollten genau im rechten Winkel zur Befestigungshülse sein. Letztere stammt von einer LKW–Positionsleuchte, und da wurde zunächst auch das Anschlusskabel durchgeführt.

Die Trennwände der Kammern sind an den „Gläsern” angebracht und sehr durchsichtig. Also wurden sie zunächst schwarz und dann weiß lackiert (mit Kunstharzlack). Die Gehäuse beider Lampen erhielten innen ebenfalls einen weißen Anstrich, damit das Licht der Glühlampen besser reflektiert.

Das dritte Foto des Abschnitts zeigt, wie die Aluhalterung für das Rücklicht gebaut und angebracht wurde.

Nach etwas Recherche habe ich für den fehlenden Rückstrahler und diese Leuchten eine sehr gute Quelle gefunden mit auffallend günstigen Preisen und einem sehr gut funktionierenden Webshop: Traktorenteile Segger.

 

Tacho und Anschlüsse

Der Tacho stammt von einer DKW. Das Werk hat die für ein 16er–Ritzel passende Wegdrehzahl von 1,05.

Auch hier wurde nicht am Licht gespart: 2 Watt sorgen dafür, dass Wegstrecke und Geschwindigkeit auch bei Nacht noch gut lesbar bleiben. Vor der Fahrt nach Bad Dürkheim eine Woche nach dem Foto wurde glatt vergessen, dieses Birnchen anzuschließen …

Spätestens in der Großbildansicht ist gut zu erkennen, dass an geeigneter Stelle noch dreieckige Leuchtdioden als Blinkerkontrollleuchten und eine Fernlicht–Kontrollleuchte nachgerüstet wurden.

Mit der sehr hellen LED für das Fernlicht lief etwas schief (bis heute ist nicht ganz klar, warum). Sie leuchtete nämlich, wenn auch schwächer, auch bei Abblendlicht. Da der TÜV–Termin drängte, wurde sie erst einmal abgeklemmt (und ist es bis heute).

Die Umschaltung zwischen Abblend– und Fernlicht erfolgt über ein Schrack–Relais, das in einem Schrumpfschlauch gesichert wurde und in der Lampe liegt. Die Kabel vom Kombischalter dürfen daher angenehm dünn ausfallen.

 

Die Hupe

Victoria stand der Sinn wohl mehr nach Ästhetik als nach Funktionalität. Die Hupe (besser: Tröte) erschreckt bei der KR25 die Passanten auf dem Gehsteig, weil sie seitlich angebracht ist, und bei der KR26 niemanden - weil sie unter dem Sattel die Straße anpiept, wo jedoch erst nach einem Unfall jemand gewarnt werden muss.

Das sollte anders werden. Daher wurde die Hupe (erste Version und sehr schick) Richtung vorne ausgerichtet - das Foto zeigt wie und wo.

Nun ist es aber so, dass das „Moped” laut ist. Es ist sogar sehr laut. Schon knapp über Leerlaufdrehzahl sind Ansaugtrakt und Auspufftöpfe so laut, dass die Hupe glatt verloren hat (Leerlauf: 86 dB).

Daher wurde das Modell durch ein weniger schickes ersetzt, das jedoch stolz den Aufdruck „100 dB” trägt. Zweitens ist der berühmte Hupknopf am Kombischalter ein Schwachpunkt. Hupen sind leistungshungrig und extreme Stromverbraucher. Dünne, lange Kabel sind eher unglücklich.

Daher wurde dem Motorrad ein 6VKFZRelais in unmittelbarer Nähe der Hupe spendiert, das über ein ganz fettes Kabel mit der Batterie verbunden ist. Das war zwar schon besser zu hören, aber immer noch nicht gut genug. Daher haben wir später auf Kompressor–Fanfaren mit 117 dB umgerüstet - und die sind definitiv laut genug.

 
 
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